Grassilageergebnisse 2020 Rheinland-Pfalz und Saarland:
Energiegehalte auf Kraftfutterniveau

Stand: 09/01/2020
Bis zum 13.08. wurden von der LUFA Speyer 567 Grassilageproben des 1. und 107 Proben des 2. Schnittes aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland analysiert.

Zusammenfassung - für eilige Leser!

  • Die Grassilagen 2020 sind mit Ø 6,6 MJ NEL im 1. und 6,3 MJ im 2. Schnitt sehr energiereich und vom Energiegehalt für die Fütterung laktierender Kühe gut geeignet.
  • Zwischen den 25 % „besten2 und den 25 % „schlechtesten“ Silagen liegen 0,9 MJ NEL und 30 g XP. Früher Schnitt erhöht die Chancen auf energie- und proteinreichere Silagen.
  • Die Rohproteingehalte liegen mit 148 (GS 1) bzw. 151 g/kg TM (GS 2) auf niedrigem Niveau. Bei Ø RNB-Werten in den Silagen von + 1 bis + 2 g/kg TM ist ein Ausgleich einer auf Gras und Mais basierten Trogration ohne eiweißreiche Zukaufsfutter fast nicht möglich.
  • Eiweißreiche Ölschrote aus Soja, Sonnenblumen und vor allem Raps enthalten viel P. Wer solche Komponenten in größerem Umfang in der Fütterung einsetzt, kann häufig auf P im Mineralfutter verzichten.
  • Nacherwärmung könnte für viele Betriebe zum Problem werden. Vor allem, wenn der Vorschub nicht stimmt. Darauf deuten die hohen Restzuckergehalte und pH-Werte in sehr vielen Silagen hin. Der Einsatz eines Konservierungsmittels an der Anschnittfläche kann hilfreich sein (z.B. Propionsäure).
  • Die Grassilagen enthalten im Mittel ausreichend Struktur, allerdings auch sehr viel leichtlösliche Kohlenhydrate in Form von Zucker. In Kombination mit Getreide und zucker- oder stärkereichem Mais können die Grenzen einer pansenverträglichen Fütterung schnell erreicht werden (< 250 g Zucker und unbeständige Stärke /kg TM).
  • Probleme mit Fehlgärungen (Buttersäure) dürften eher selten vorkommen.


Die Grassilagen 2020 sind sehr energiereich. Foto: © DLR Eifel

Empfehlung:

Lassen Sie ihre betriebseigenen Futtermittel (Grassilagen, Maissilagen und Getreide) untersuchen und sich auf der Basis der Untersuchungsergebnisse die Rationen für ihre Milchkühe, Trockensteher und Jungrinder berechnen. Vergessen sie dabei nicht die Einschätzung des Gärverlaufs bei ihren Silagen. Dies kann direkt über den pH-Wert oder indirekt über die Gehalte an Restzucker, TM und Rohfaser erfolgen. Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Schaden, der entstehen kann, wenn ihre Kühe an vermeidbaren Stoffwechselstörungen erkranken, die Zellzahlen ansteigen oder sie verschimmeltes Futter entsorgen müssen.

Im Dateianhang finden Sie die ausführliche Auswertung und Kommentierung der Untersuchungsergebnisse mit zahlreichen Grafiken und Übersichtstabellen als pdf-Dokument.Bis zum 13.08. wurden von der LUFA Speyer 567 Grassilageproben des 1. und 107 Proben des 2. Schnittes aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland analysiert.

Zusammenfassung - für eilige Leser!

  • Die Grassilagen 2020 sind mit Ø 6,6 MJ NEL im 1. und 6,3 MJ im 2. Schnitt sehr energiereich und vom Energiegehalt für die Fütterung laktierender Kühe gut geeignet.
  • Zwischen den 25 % „besten2 und den 25 % „schlechtesten“ Silagen liegen 0,9 MJ NEL und 30 g XP. Früher Schnitt erhöht die Chancen auf energie- und proteinreichere Silagen.
  • Die Rohproteingehalte liegen mit 148 (GS 1) bzw. 151 g/kg TM (GS 2) auf niedrigem Niveau. Bei Ø RNB-Werten in den Silagen von + 1 bis + 2 g/kg TM ist ein Ausgleich einer auf Gras und Mais basierten Trogration ohne eiweißreiche Zukaufsfutter fast nicht möglich.
  • Eiweißreiche Ölschrote aus Soja, Sonnenblumen und vor allem Raps enthalten viel P. Wer solche Komponenten in größerem Umfang in der Fütterung einsetzt, kann häufig auf P im Mineralfutter verzichten.
  • Nacherwärmung könnte für viele Betriebe zum Problem werden. Vor allem, wenn der Vorschub nicht stimmt. Darauf deuten die hohen Restzuckergehalte und pH-Werte in sehr vielen Silagen hin. Der Einsatz eines Konservierungsmittels an der Anschnittfläche kann hilfreich sein (z.B. Propionsäure).
  • Die Grassilagen enthalten im Mittel ausreichend Struktur, allerdings auch sehr viel leichtlösliche Kohlenhydrate in Form von Zucker. In Kombination mit Getreide und zucker- oder stärkereichem Mais können die Grenzen einer pansenverträglichen Fütterung schnell erreicht werden (< 250 g Zucker und unbeständige Stärke /kg TM).
  • Probleme mit Fehlgärungen (Buttersäure) dürften eher selten vorkommen.

Download: Grassilageergebnisse_2020.pdfGrassilageergebnisse_2020.pdf


thomas.priesmann@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken nach oben  zurück