Eßkastanien-Gallwespe


Wissenschaftl. Bezeichnung: Dryocosmus kuriphilus
Fotos: Werner Faißt

Art:Schädlinge

Allgemeine Bedeutung:In Eßkastanien-Anbaugebieten gefürchteter Schädling. Ein Befall kann zu einem Ernteausfall bis zu 70% führen, ebenso zu vermindertem Wachstum und in Einzelfällen auch zum Absterben.
Vorkommen: Ursprünglich in Südchina, mittlerweile auch in Japan, im Osten der USA und seit 2002 auch in Europa (2002: Italien, 2005: Slowenien, 2009: Ungarn, Schweiz. 2013 erste Funde in Deutschland. Inzwischen sind auch Schadbilder aus der Pfalz bekannt.

Schadbild: 5-20 mm große, grün bis rosfarbene Gallen an jungen Trieben, Blattstielen oder auf der Mittelrippe der Blätter. Die Gallen befinden sich vorrangig im Kroneninnern. Die vertrockneten Gallen bleiben für etwa weitere zwei Jahre am Baum hängen.

Biologie:Wirtspflanze: nur Pflanzen der Gattung Castanea, neben Castanea sativa auch andere Arten und ihre Hybriden (ab zwei Jahren).
Parthenogenetische Vermehrung (d.h. Männchen sind keine bekannt). Nur eine Generation/ Jahr.
Die etwa 3 mm großen, schwarzen, Gallwespen schlüpfen je nach Witterung im Juni oder Juli. Während ihrer nur 10-tägigen Lebensdauer legen sie ihre Eier in kleinen Gruppen (3-30 Eier/Knospe; Ei: 0,1 mm, oval, weißlich, gestielt; über 100 Eier/Weibchen) in die Zweig- und Blütenknospen .
Schlupf der Larven nach ca. 4 Wochen. Sie überwintern in den Knospen. Ab April bilden sich Gallen an jungen Trieben, Blattstielen oder auf der Mittelrippe der Blätter. Im Inneren der Gallen finden sich eine oder mehrere Kammern, in denen sich die bis zu 2,5 mm langen weißen Larven entwickeln. Dort verpuppen sie sich, um dann als Gallwespe zu schlüpfen. Danach trocknen die Gallen ein, werden braun und bleiben für etwa weitere zwei Jahre am Baum hängen. Gallwespen gelten als Türöffner für den Rindenkrebs des Esskastanie (
Cryphonectria parasitica).

Bekämpfung: Befallene Triebe vor dem Schlupf der Tiere zurückschneiden, Bäume Einnetzen (beides nur bei kleinen Bäumen möglich!). Eine Insektizideinsatz ist wegen der geschützten Lebensweise der Larven in den Gallen wenig erfolgversprechend.
1 Bild max. 200 x 280 pixel (BxH)

Beratung: Gartenakademie

Bilder:Fotos: Werner Faißt


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