Hummelsterben im Sommer

Besonders unter Linden (Tilia), aber auch unter anderen Pflanzen finden sich ab Juli oft zahlreiche tote Hummeln. Dann kann man unter ungünstigen Umständen bis zu mehrere Hundert tote Hummeln unter einem Baum finden!
Dieses Sterben tritt regelmäßig zur Blütezeit der Linden auf. Der Grund hierfür liegt nicht in einer “Vergiftung” durch die Linden oder deren Nektar, wie früher häufig behauptet wurde!
Vielmehr handelt es sich um ein “Verhungern” der Hummeln. Nachdem die früher blühenden Sommer- (Blütezeit Juni) und Winterlinden (Juni-Juli) wegen ihrer ähnlichen Blütephase mehr als einen Monat lang ein großes Nahrungsangebot boten, wuchsen die Völker stark. Danach (Juli-August) bieten aber hauptsächlich nur noch die später blühenden Silberlinden Tilia tomentosa Ersatz, der jedoch mengenmässig nicht ausreicht.

tote Hummeln unter Silberlinde Mitte Juli
© DLR
Da Hummeln im Gegensatz zu Honigbienen kaum Vorräte anlegen und sich nicht so schnell an neue Tracht-Pflanzen gewöhnen, gehen die Tiere bereits geschwächt auf Nahrungssuche. Kann die Hummel nun wegen der großen Konkurrenz an der Linde ihren Nektarbedarf nicht mehr stillen, fällt sie entkräftet vom Baum und verhungert. Deshalb sind nicht die Silberlinden ursächlich das Problem. Nur eine Verbesserung des Nahrungsangebotes mit nektarreichen Blütenpflanzen bringt hier langfristig eine Lösung! Infos dazu, insbesondere auch Pflanzenlisten finden Sie unter www.aktion-hummelschutz.de
© DLR
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Silberlinde Tilia tomentosa
Blütenstand


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